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Mehr Energie durch Solartasche

Mehr. Strom.

Warum erweitern?

Logische Antwort: weil unser Verbrauch höher ist als gedacht und wir nicht ständig an den Landstrom wollen.

Wir haben zwar Lithium-Akkus verbaut (2x90Ah), aber auch diese reichen nicht ewig. Wie sich gezeigt hat, brauchen wir doch relativ viel Strom im alltäglichen Betrieb, ganz besonders fällt das auf, wenn wir nur stehen, so wie im Moment auf dem Campingplatz.

Man muss aber dazu sagen, dass wir uns vorher auch keine große Mühe gegeben haben, den Bedarf genau zu analysieren. Man kann ja auch alles übertreiben. Und erweitern.

Warum kein klassisches Paneel? Oder eine weitere Batterie?

Die Batterie hätte zwei entscheidende Nachteile: Sie passt allmählich nicht mehr hinein und sie ist sehr sehr teuer. Fällt also von vornherein aus, noch dazu kommt, dass die “Nachfüllproblematik” als solche bestehen bliebe.

Beim klassischen Solarpanel ist es ähnlich: durch unser Aufstelldach haben wir kaum noch Platz auf dem Dach. Natürlich könnte man ein Solarpanel auch darauf kleben, aber es kommt noch etwas Entscheidendes hinzu: Die klassischen Paneele können nicht ausgerichtet werden und haben so einen relativ schlechten Ertrag. Spätestens ab Herbst fällt das richtig auf. Und als ob das noch nicht reicht, hat man im Winter, bedingt durch Heizung, Licht, längere Aufenthalte im Fahrzeug usw. auch noch einen erhöhten Verbrauch.

Weiterer Punkt contra klassisches Paneel: Ich war zu faul. Kleben, Kabel legen, evtl. noch ein Loch ins Dach bohren..nee nee. Lieber nicht.

Aufgestellt.

Alternative: Faltbares Solarpaneel

Der Plan, ein faltbares Paneel zu kaufen, war schon länger da, in Natura gesehen haben wir die Dinger dann auf dem AMR-Treffen in Amelinghausen. Dort ein Gespräch geführt mit dem Verkäufer von der Firma Wattstunde und schon waren wir überzeugt.

Die faltbaren Module haben mehrere tolle Eigenschaften: sie sind relativ leicht (zumindest die modernen, es gab in den Anfangszeiten welche aus Glas, die zählen wir mal nicht dazu), können recht klein zusammengelegt werden und vor allem: sie können problemlos nach der Sonne ausgerichtet werden! Das macht so enorm viel aus, dass man es nicht oft genug sagen kann.

Durch die flachliegende Montage der klassischen Paneele erreichen diese ihre volle Leistung nachvollziehbarer Weise nur zur Mittagszeit, und auch das nur im Sommer. Logisch, dass dabei die Stromausbeute schnell zu gering ist. 

Das Faltmodul kann immer dem Sonnenstand nachgeführt werden und erreicht so eine deutlich höhere Ausbeute bei eigentlich gleicher Leistung. Bei uns sind das 120WP auf dem Dach und auch 120WP bei dem Faltmodul. Tolle Sache das!

Die Installation 

Der Einau ist sehr einfach zu machen, jeder, der schon einmal ein klassisches Solarmodul angeschlossen hat, findet sich sofort zurecht.

Wir haben uns dafür entschieden, einen weiteren MPPT Solarregler dazu zu bestellen. Dieser wird dann ganz einfach in die bestehende Stromversorgung integriert, wie bei dem klassischen System auch. Einziger Unterschied bei uns: wir haben den Regler in der Garage verbaut, da wir uns so ein Verlängerungskabel zu dem Faltmodul sparen konnten. Das setzt natürlich voraus, dass man an der passenden Stelle (Garage) auch eine passend dimensionierte (!) Stromverteilung zur Verfügung hat.

Verteilung.

Danach muss an den Regler nur ein kurzes Kassel angeschlossen werden, an dessen anderem Ende sich der Anderson-Stecker für die schnelle Verbindung des Moduls befindet. Dieses Kabel wird natürlich mitgeliefert und sorgt dafür, dass das Modul immer komplett getrennt und an einem beliebigen Ort verstaut werden kann.

Verbindung.

Bei einigen Modulen gibt es noch die Möglichkeit, dieses direkt mit dem Zigarettenanzünderanschluss des Autos zu verbinden. Diese Module haben dann einen integrierten Regler und sind quasi installationsfrei.

Davon würden wir aber aus zwei Gründen abraten: Die Regler sind nur günstige PWM Regler und haben deshalb vor allem bei wechselnden Lichtverhältnissen und Bewölkung eine schlechtere Leistung als ein MPPT Regler und zum Zweiten ist die Leistung der Module generell sehr begrenzt, da die Kabel der Zigarettenanzünderdosen fast immer zu dünn sind. Praxisbeispiel: Wir haben bei unserer Stromverteilung in der Garage ein 10qmm starkes Kabel, dadurch können wir auch die knapp 5 Meter bis nach vorne zur Batterie problemlos überbrücken. Den Zigarettenanzünderdosen würde ich da nicht vertrauen.

Rückseite.

Die Nutzung in der Praxis

Wir haben das Modul wann immer es geht in Gebrauch, so gut hat es sich bewährt. Mal als Zahl: vorher haben wir, hier auf dem Campingplatz stehend und ohne weitere externe Aufladung so ca. 2-3 Tage geschafft. Danach mussten wir immer für ein paar Stunden per Landstrom nachladen. Klingt erstmal nicht viel, aber wir haben halt allein durch den Dieselherd einen recht hohen Verbrauch. Im Sommer braucht übrigens auch der Kühlschrank merklich mehr Strom als jetzt im Herbst. Ist bei uns aber auch wieder der Faulheit geschuldet: wir haben keine Kühlschrankentlüftung nach aussen, also bleibt immer recht viel Wärme dahinter hängen und der Kühlschrank springt öfter an.

Mit dem Faltmodul in Betrieb, konnten wir unseren Bedarf an den vielen super Sonnentagen dieses Jahr komplett decken! Wenn dann mal ein Tag bewölkt war oder wir wirklich oft den Herd angemacht haben, mussten wir vielleicht mal so alle 1,5 Wochen kurz nachladen. Klingt gut, oder?

Der Aufbau geht wirklich schnell: Modul rauskramen, Kabel aus der Tasche ziehen. Modul mit den Haltern an der Rückseite aufstellen, Kabel anschliessen, fertig. 

Alle paar Stunden geht man mal kurz hin und führt das Modul dem Sonnenstand nach, so dass möglichst immer ein 90 Grad Winkel zur Sonne eingehalten wird. Mehr ist wirklich nicht zu tun.

Bei Regen muss man übrigens auch nicht in Hektik verfallen, das Paneel kann einen Schauer gut vertragen. Die Rückseite ist aus Cordula Gewebe und die Vorderseite mit einer Folie geschützt. Dauerhafte Nutzung im Regen ist sicherlich nicht so toll, macht ja aber auch keinen besonderen Sinn, durch die Bewölkung 😉

Nachteile

Es gibt unserer Meinung nach nicht besonders viele. Zum einen ist da der leicht höhere Preis gegenüber einem klassischen Modul, welcher jedoch durch die deutlich höhere Effizienz schnell ausgeglichen wird. Denn man kann sich ja dadurch ein Modul mit relativ wenig Leistung kaufen und hat trotzdem eine Stromausbeute wo bei einem klassischen Modul eine deutlich höhere Leistung nötig wäre.

Zweiter Punkt ist der Platzbedarf. Natürlich ist das Modul leicht und klein. Natürlich passt es auch in die kleinste Ritze, die man beim Möbelbau aus Versehen und ungeplant eingearbeitet hat. Dennoch ist es eben nicht einfach “aus den Augen” wie ein Modul auf dem Dach und muss immer verstaut werden. Aber auch dieser Nachteil lässt sich bei den vielen Vorteilen recht leicht ertragen.

Zusammengelegt.

Fazit:

Die Kapazitätserweiterung mit einem Faltmodul ist wirklich sehr zu empfehlen, solange ihr noch eine kleine Ecke zum Verstauen findet. Der Einbau ist wirklich sehr einfach, die Handhabung in der Praxis noch mehr, erst recht wenn das Modul nur eine Erweiterung ist und nicht ständig genutzt werden muss.

Achtet bei der Kaufentscheidung auf ein hochwertiges Modul, wir haben uns für die Firma Wattstunde entschieden. Es gibt natürlich noch viele weitere Hersteller, aber wie so oft, ist hier billig nicht unbedingt die beste Wahl. Beispiel Wasserfestigkeit: bei günstigen Herstellern sind die Module oft nur auf eine Art Pappe geklebt, was da bei Nässe mit passiert kann sich wohl jeder vorstellen 😉

Wir sind sehr zufrieden mit dem Modul und können es bedenkenlos weiterempfehlen!

Wer das Ganze noch einmal in bewegten Bildern sehen möchte, mitsamt Tipps zur Installation und noch weiteren Info’s: wir haben natürlich auch ein Video dazu erstellt:

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