Wir bekommen häufiger Anfragen, welche technischen Komponenten wir im Laster verbaut haben und wie sich diese im Alltag bewähren. Deshalb soll es heute um unsere Standheizung gehen, denn damit haben wir wirklich schon einiges an Erfahrungen sammeln können.

Eine Standheizung ist eines der wesentlichsten Ausbauteile bei der Ausstattung eines selbstausgebauten Wohnmobils. Es ist eines der Teile, die einfach funktionieren müssen, wenn man sie braucht. So ähnlich wie bei Winterreifen. Wenn ich sie brauche, aber keine habe, ist es zu spät. Deshalb ist hier vor allem Zuverlässigkeit gefragt, aber auch sparsamer Diesel- und Stromverbrauch sind wichtig. Schliesslich möchte man auch nicht frieren müssen, weil der Strom wegen der Heizung zur Neige geht. Doch kann die Autoterm Air 2D all das leisten, besonders wenn man bedenkt, dass es wesentlich teurere Modelle auf dem Markt gibt?

Wir haben sie seit über einem Jahr in Gebrauch. Warum wir von unserer Webasto DualTop EVO8 umgestiegen sind, kannst du hier gerne noch einmal nachlesen.

Eines der wesentlichsten Ausbauteile

Um das Wichtigste schon vorab zu sagen: sie läuft. Und läuft. Und läuft. Völlig problemlos. 

Aber von vorne. Vielleicht habt ihr auch unser Video vom Einbau der Heizungen gesehen, falls nicht, könnt ihr das gerne hier hier nachholen. Warum das interessant ist, ist ganz einfach. Wir haben beim Einbau einige kleine Fehler gemacht, welche die Autoterm Air 2D (auch bekannt als Planar 2D) uns ohne weiteres verziehen hat. Das ist schon der erste große Pluspunkt, jede andere Heizung hätte man nach diesem Einbaufehler wahrscheinlich zunächst zerlegen und reinigen müssen. Wer das Video nicht schauen möchte: wir haben die Schläuche der Dieselzufuhr vertauscht, so hat die Heizung, welche beim Test laufen sollte, keinen Sprit bekommen, die andere Heizung, welche gerade nicht laufen sollte, wurde dafür mit Diesel geflutet. Das Resultat war, dass beim Start der vollgelaufenen Heizung eine riesige Wolke umverbrannten Diesels aus dem Auspuff kam. Aber gestartet ist sie trotzdem!

Wasserfall in Schweden
Webasto (z)erlegen

Die kleine Heizung reicht fast immer!

Das doppelte Lottchen

Warum haben wir nun aber zwei kleine Heizungen verbaut? Das liegt in der Arbeitsweise der Heizungen begründet. Wenn der Innenraum des Wohnmobils einmal aufgeheizt ist, man draussen aber nur moderat kalte Temperaturen hat, regelt die Heizung zurück auf die kleinste Heizstufe. Damit nun die Heizung nicht immer komplett ausschaltet und damit bei jedem erneuten Anlaufen Strom verbraucht, kann man die Air 2D so einstellen, dass sie einfach auf kleinster Stufe durchläuft. Das ist gut für den Stromverbrauch, aber schlecht für die Heizung, denn diese Verrußen dadurch schneller. Und das führt dann zu Fehlfunktionen. Was kann man tun? Regelmäßig auf höchster Stufe freibrennen. Das ist wirklich wichtig und sollte unbedingt beachtet werden! Wenn wir nun eine größere Heizung genommen hätten, die Air 4D zum Beispiel, dann ist der Temperaturbereich in dem die Heizung auf kleinster Stufe laufen muss, also noch viel größer. Und damit auch die Gefahr des Verrußens.

Deshalb haben wir 2 kleine Air 2D verbaut und können bei Bedarf die zweite Heizung dazuschalten. Wir hoffen, euch dazu auch bald noch mehr sagen zu können, „leider“ ist es noch immer nicht kalt genug und bis -8 Grad Celsius hat die kleine Heizung noch locker gereicht.

Um das klar zu sagen, weil wir immer wieder lesen, dasss sich Leute die große Heizung in ihre Busse einbauen: die kleine Air 2D mit ihren 2KW Leistung reicht für kleine Fahrzeuge (Vans, Busse, Geländewagen, Dachzelt) VÖLLIG aus! Die größere Heizung wäre vollkommen überdimensioniert und ihr hättet wieder dass Problem des Verrußens.

Nach dem Umbau
Testlauf

Damit kommen wir auch zum Wesentlichen, wie schlägt sich die Heizung im Alltag?

– Bedienung: Die Bedienung ist völlig problemlos. Wir haben das digitale Bedienteil PU-27 verbaut, damit lässt sich nach kurzer Eingewöhnung alles hervorragend einstellen. Die Temperatur, die Überwachung der Temperatur im Innern der Heizung, die Uhrzeit, Timer und einiges mehr.

– Geräuschpegel: Wir empfinden die Heizung als sehr leise. Natürlich nimmt die Lautstärke zu, sobald die Heizung auf voller Last laufen muss. In der Regel tut sie das aber nur, wenn sie ein komplett ausgekühltes Fahrzeug aufheizen muss, danach regelt sie runter und muss die Temperatur nur noch halten. Dadurch wird sie dann wesentlich ruhiger. Wir haben zusätzlich auch noch Ansaugschalldämpfer verbaut, um noch mehr Ruhe zu bekommen. Auch das Geräusch, welches die Dieselpumpe von sich gibt, hören wir fast gar nicht. Bei vielen wird die Pumpe als sehr laut und störend empfunden, wir können das absolut nicht behaupten.

– Zuverlässigkeit: Im Gegensatz zu unserer Heizung von Webasto hat die Autoterm Air 2D wesentlich weniger Elektronik verbaut und ist damit weniger fehleranfällig. Die Heizung kann, einmal eingeschaltet, ruhigen Gewissens Wochen- und Monatelang einfach durchlaufen. Und das tut sie auch, bei uns aktuell seit mehreren Wochen am Stück in Schweden. Weder Schlamm am Auspuff, noch Sturmböen in Norwegen oder Schneegestöber in der Türkei konnten ihr bislang etwas anhaben. Die Webasto hat das nicht geschafft, wir hatten mehrere Male Ausfälle wegen streikender Elektronik. Sie startet bislang absolut immer, egal bei welcher Batteriespannung (solange sie über 12 V ist) und bei welchem Wetter. Auch die Höhe, bisher leider nur bis knapp 2000m getestet, war bisher nie ein Problem.

– Betrieb in der Praxis: Unser Koffer ist recht gut gedämmt, daher kommt es vor, dass wir die Heizung tagsüber zwar laufen lassen, sie aber vor dem Schlafen gehen ausschalten müssen. Denn wie erwähnt, sobald der Innenraum aufgeheizt ist, regelt sie herunter. Und wenn die Aussentemperatur nicht kalt genug ist, ist eben selbst die kleinste Leistungsstufe noch zu stark. Dann bleiben drei Möglichkeiten: 1) Heizung ausschalten. Das machen wir. 2) Fenster auf und Querlüften. Das machen wir selten, wegen der Zugluft und des Hundes. 3) Die Heizung so einstellen, dass sie selber ausschaltet und wieder startet, wenn es zu kalt wird. Das machen wir aus den oben beschriebenen Gründen des Verrußens nicht. Und würden wir auch niemandem empfehlen zu tun. Lieber nachts ausschalten, morgens einmalig wieder einschalten und sie dann wieder durchlaufen lassen. Der „Stop-and-Go“ Betrieb ist nicht förderlich für die Langlebigkeit. Hat sich bei unserer alten Heizung auch bestätigt.

Leider ist nicht immer Sommer
Bilderbuchwetter

Ansonsten regeln wir nur die Temperatur am Display nach Bedarf hoch- und runter, mehr machen wir nicht. Und auch dieses klappt sehr gut und fast auf das Grad genau. Natürlich speilt dabei die Positionierung des Bedienteils eine entscheidende Rolle, denn dort sitzt der Temperaturfühler drin. 

– Verbrauch: Ist bei uns relativ schwer zu messen, da die Autoterm Air 2D bei uns am 400L großen Fahrzeugtank angeschlossen ist. Auf dem Datenblatt ist der Verbrauch mit maximal 0,24L pro Stunde (also bei Vollast, welche sie selten benötigt) sehr gering, wie wir finden. Auch der Stromverbrauch ist kaum merklich. Zumindest wenn man sie, wie weiter oben beschrieben, nicht ständig ein- und ausschaltet.

– Luft- oder Wasserheizung: Wir würden tendenziell immer wieder zur Luftheizung greifen. Uns fehlt der direkte Vergleich, aber ein Luftheizungssystem ist DEUTLICH einfacher zu realisieren und damit auch um einiges kostengünstiger. Wir haben bei Reisefreunden leider miterlebt, wie anfällig wassergeführte Systeme sein können (nicht müssen!) und wie schwierig da auch eine Reparatur werden kann. Aber selbstredend haben Wassersysteme auch unbestreitbare Vorteile, die eine Entscheidung durchaus schwierig werden lassen kann.

– Warmwasser: Im Gegensatz zur Webasto hat die Autoterm Air 2D keinen integrierten Boiler für die Warmwasserbereitung. Und das ist auch gut so. So ist das System flexibler im Aufbau und wenn ein Problem auftaucht, muss nicht die komplette Heizung getauscht werden. Wir haben bei uns einen 10L Boiler verbaut, den wir mit 3 Personen auch benötigen. Das Wasser ist nach etwa 40min komplett aufgeheizt und zum Duschen bereit. Zusätzlich besteht noch die Möglichkeit, das Wasser über 230V aufzuheizen, das nutzen wir aber sehr selten.

– Was fehlt: Dadurch dass Wasserboiler und Heizung getrennt sind, wird der Innenraum beim erwärmen des Wassers automatisch mitgeheizt. Das ist im Sommer natürlich unpraktisch. Deshalb müssen wir noch eine Abzweigung einbauen, um bei Bedarf die warme Luft nach dem Boiler nach aussen ableiten zu können. Bis auf diesen Umstand vermissen wir bei der Heizung und unserem System absolut nichts.

Unser System besteht übrigens aus folgenden Komponenten: (*Affiliate Links)

Die Heizungen im Doppelpack

Die Heizung inclusive Boiler

Ansaugschalldämpfer

Muss es nun eine Autoterm (Planar) sein, geht es  nicht auch noch billiger? Nein, es muss natürlich keine Aoutoterm sein. Aber wir würden euch DRINGENDST davon abraten, einen dieser nachgebauten  “Chinakracher” für um 150€ zu kaufen. Die Bilder, damit ihr seht warum wir davon abraten, folgen schnellstmöglich!

der Schnee fehlt noch

Wir hoffen ihr konntet mit diesem Einblick in unsere Heizungspraxis einige Tipps mitnehmen, die euch die Entscheidung bei der Auswahl der Heizung erleichtern. Und falls ihr sowieso gerade beim Ausbau, Umbau oder Neukauf seid, kauft doch eure Heizung oder eines der anderen Produkte gerne über diesen Link bei Tigerexped ein, wir erhalten dann eine kleine Provision und können unsere Kosten für Server & Co ein wenig decken. Ihr bezahlt natürlich keinen Cent mehr. Vielen Dank!

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Wie hat dir der Beitrag gefallen?

Durchschnittliche Bewertung 5 / 5. Abgegebene Bewertungen 1

Leider noch keine Bewertungen. Sei der Erste!

Pin It on Pinterest