Unser Aufenthalt und Stillstand in der Türkei hat uns zwar voll aus dem Reisemodus geworfen. Vor allem die Tatsache, dass wir selbst nachdem die Reisebeschränkungen innerhalb des Landes wieder aufgehoben wurden, noch immer nicht mit Romy raus durften, machte uns sehr zu schaffen. 

Natürlich konnte man auch hier nicht alles kontrollieren und wir fuhren noch einmal zum Klettern nach Geyikbairi und in die Nähe von Isparta. Nach ein paar schönen, anstrengenden Klettertagen mit Reisefreunden mussten wir dann aber unseren selbst gesteckten Zeitplan wieder ins Auge fassen und uns zur Grenze nach Bulgarien bewegen.

Der Grenzübergang war  recht unspektakulär, nur die türkischen Beamten waren etwas unsicher und zunächst überfordert mit der Tatsache, dass wir viel zu lange im Land waren.

Ein besoffener bulgarischer Grenzer und eine Mautstrafe sorgten für Action am Grenzübergang.

Bulgarien haben wir relativ schnell passiert, das Wetter spielte nicht besonders mit. Die Grenze nach Serbien war dann schon interessanter. Ein betrunkener bulgarischer Beamter, der uns hinten an die LKW Schlange stellen wollte, eine Mautstrafe wegen eines vergessenen Buchstabens im Kennzeichen bei der letzten Buchung. Insgesamt war aber auch das in weniger als einer Stunde erledigt.

Nun da ihr wisst, wie schnell wir nach Serbien gekommen sind, hier die Reisetipps, der eigentliche Grund des Artikels:

Teil des Weges zum Uvac-Canyon

Um zum Uvac-Canyon zu gelangen, habt ihr zwei Möglichkeiten

1) Der Uvac-Canyon. 

Mittlerweile eigentlich kein so großes Geheimnis mehr, ist er doch noch relativ unbekannt bei Touristen. Zu einem großen Teil wird das der abgeschiedenen Lage geschuldet sein, zusätzlich dazu, dass die direkte Anfahrt nicht bedenkenlos mit jedem Fahrzeug erfolgen sollte. Doch dazu später mehr. Der Canyon ist einfach atemberaubend schön, es gibt mehrere Wandermöglichkeiten und einige Aussichtspunkte. Um dort hin zu gelangen, habt ihr mehrere Möglichkeiten:

Wir sind auf relativ rumpeliger Landstrasse auf der östlichen Seite des Canyon von Nord nach Süd gefahren. Dort gibt es dann zwei Varianten, zum bekanntesten Aussichtspunkt zu gelangen. Die erste Abfahrt von der Hauptstrasse ist hier: 43.341016, 20.007314. Es muss scharf nach rechts abgebogen werden, mit einem LKW ist das fast nicht in einem Zug zu machen. Daher sind wir noch ein Stück weiter gefahren, zu dieser Abfahrt: 43.326066, 20.003609. Dort ist genug Platz um die Kurve zu nehmen, ABER: dieser Weg ist etwas länger, und vor allem deutlich offroadiger als der andere.

 

 Wir denken, dass man von der ersten Abfahrt auch mit einem normalen PKW bis zum „Parkplatz“ für den Aussichtspunkt gelangen könnte. Wenn man langsam und vorsichtig ist. Jedenfalls haben wir auch normale PKW oben am Parklatz gesehen. Doch man sollte wirklich langsam und vorsichtig fahren, es sind einige ausgewaschene Stellen dabei. Mit tiefergelegten Fahrzeugen und „normalen“ Wohnmobilen definitiv nicht zu empfehlen, ein wenig Bodenfreiheit sollte vorhanden sein.

Herrliche Wiesenlandschaft erwartet euch
Am Banjska Stena Aussichtspunkt

Als Ziel für den Tara-Nationalpark wählt ihr das Dorf Mitrovac.

2) Der Tara-Nationalpark.

Ganz an der Grenze zu Bosnien-Herzegowina gelegen, ist der Tara Nationalpark, einer der bekanntesten Parks Serbiens. Mit einem sehr dichten Waldbestand von über 75% der Fläche ist er schon seit vielen Jahren geschützt. Am Fuße des Parks bildet der Fluss Drina eine natürliche Grenze zum Nachbarstaat und hat auch hier einen bildschönen Canyon gebildet. Und genau wie am Uvac-Camyon warten hier ebenso mehrere bekannte (Banjska Stena) und weniger bekannte Aussichtsplattformen darauf, erwandert und besucht zu werden.

Um dort hin zu gelangen, orientiert ihr euch am besten am Dorf „Mitrovac“ und wählt dieses als Ziel für das Navi. Denn der Ort befindet sich bereits mitten im Nationalpark!

Dort gibt es neben den üblichen Souvenirständen, Appartements und kleinen Restaurants auch eine Touristeninformation. Wir sind haben dort extra angehalten um zu fragen, ob wir mit dem LKW bis zum Parkplatz nahe der Aussichtsplattform „Banjska Stena“ fahren können. Natürlich bekommt ihr in der Information auch Wanderkarten und alles mögliche andere an Tipps und Tricks. Die Angestellten dort sprechen gutes Englisch! Die Frage nach dem Weg wurde uns bejaht und so fuhren wir mitten durch den Nationalpark einfach mal drauf los, in der Hoffnung dass der Platz für uns reichen würde. Und das tat er auch. Mitten im Wald tut sich eine große Lichtung auf, wo genügend Platz für alle Besucher und PKW ist. Der Parkplatz befindet sich hier: Parkplatz

Von dort aus sind es noch etwa 15-20 Minuten zu Fuß bis zum Aussichtspunkt Banjska Stena, der Weg ist super ausgeschildert und nicht zu verfehlen. Daran anschliessend könnt ihr nach rechts weitergehen und eine kleinere Runde zurück zum Parkplatz im Wald laufen (Dauer gesamt etwa eine Stunde). 

Wer lieber etwas weiter gehen möchte, kann eine hervorragend beschilderte Runde vom Dorf Mitrovac aus erwandern, diese ist dann insgesamt etwa 14km lang. Im Dorf selbst sind übrigens ausreichend Parkplätze, doch sollte man morgens trotz allem rechtzeitig ankommen, um sicher zu gehen.

Thema Übernachtung: wir haben die Damen in der Touristeninformation auch danach gefragt, ob wir am Parkplatz oben im Wald auch übernachten dürfen. Die Antwort war aber nur „dort oben ist kein Campingplatz.“ Wir haben das einfach mal als Missverständnis gedeutet und es darauf angelegt im schlimmsten Fall wieder runter zum Dorf Mitrovac fahren zu müssen. Die Nacht war traumhaft ruhig, nur die Vögel und ein paar Füchse waren zu hören, niemand hat sich an uns gestört. So voll wie der Parkplatz bei unserer Ankunft auch war, so schnell leerte es sich auch wieder und ab 17 Uhr waren wir fast allein.

Also: ihr könnt oben problemlos im Camper übernachten, wer sich nicht traut, kann dies aber auch unten im Dorf machen und noch etwas leckeres essen gehen. 

Die Fahrt durch den Wald ist vollkommen problemlos für alle Fahrzeuge machbar. LKW, Camper, PKW, bis auf ein paar Schlaglöcher auf der Schotterstrasse ist nichts zu befürchten. Der Weg bis Mitrovac selbst ist asphaltiert.

Der gesamte Park ist mit vielen Wanderwegen, welche wirklich gut ausgeschildert sind, bestückt, am besten plant man dort mehrere Tage ein. Im Dorf befindet sich ausserdem noch ein kleiner Lehrpfad, der allerdings nur auf kyrillisch ausgeschrieben ist. Wir mussten leider nach zwei Tagen schon weiter und haben deshalb nur einen sehr kleinen Teil des tollen Nationalparks gesehen. Für unsere Fahrt nach Norden entschieden wir uns für einen Weg quer durch den Park, um dann entlang der Drina weiter zu fahren. Dies kann man entweder von Mitrovac aus der Hauptstrasse folgend tun, oder auch vom Wanderparkplatz im Wald der Schotterstrasse folgend.

Herrlicher Wald im Fruška Gora Nationalpark

Einige Zeit nach unserer Ankunft im Park, kam ein Ranger der eine kleine Gebühr kassiert hat.

3) Fruška Gora Nationalpark

Diesen Nationalpark haben wir auf dem Weg Richtung Ungarn noch als Übernachtungsplatz gewählt. Er ist sehr schön bewaldet mit vielen Linden und anderen Laubbäumen. Vermutlich auch deshalb haben wir dort besonders viele Bienenkästen gesehen, es waren richtige Parkplätze für die mobilen Kästen eingerichtet.

Wir sind relativ weit östlich in den Park eingefahren. Die Straße ist durchgehend asphaltiert und führt einmal komplett westwärts durch den Nationalpark. Immer wieder finden sich kleine Picknickplätze, die auch als Wanderparkplatz dienen. Hier hatten wir leider zu wenig Zeit, genauer zu schauen, aber die Wanderwege schienen deutlich schlechter ausgeschildert zu sein als beispielsweise im Tara Nationalpark. Doch davon sollte man sich nicht beirren lassen, mit einer guten Handy-App geht es auch so. 

Etwa in der Mitte des Parks liegt eine Station der Parkranger, dort kann man sicherlich auch mehr Informationen zu Wegen und Besonderheiten erhalten.

Einige Stunden nach unserer Ankunft kam ein freundlicher Ranger zu unserem Parkplatz und wollte eine Gebühr kassieren. Diese ist mit 300 Dinar sehr gering (etwa 2,50€). Euro werden akzeptiert, selbst Kleingeld war kein Problem. Der Ranger sprach zwar kein englisch, aber das Übernachten schien kein Problem, er fuhr noch einige Male an uns vorbei und auch am nächsten Morgen grüßten wir uns freundlich.

Insgesamt würden wir sagen, dass auch dieser Park nicht fehlen darf auf einer Reise durch Serbien, denn der Wald war schon eine kleine Besonderheit.

Wir hoffen ihr könnt mit diesen Routenempfehlungen ein paar tolle Ziele in Serbien entdecken. 

Ihr habt noch weitere Tipps? Gerne her damit und schreibt es in die Kommentare!

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