Reisetipps 

Überwintern in Griechenland

Internet, Post, Wasser & Co.

Seit Anfang November sind wir nun in Griechenland. Wir hatten (und haben) viel Zeit auf dem Weg ganz in den Süden und haben deshalb schon so etwas wie einen Alltag im Land entwickeln können. In diesem Artikel beschreiben wir euch, wie ihr euch mit mobilem Internet versorgt, wie ihr an Wasser kommt und wie das mit der Post so funktioniert. Es wird also weniger ein Reisebericht, sondern eher ein Tipps & Tricks Artikel sein. Genug der Einleitung, los geht es:

Mobiles Internet

Fangen wir mit dem mobilen Internet an. Wir haben uns versucht vorher schon möglichst viele Informationen zu sichern, das war aber nicht ganz einfach. Teils waren die Artikel schon sehr alt, und damit bei so schnelllebigen Produkten wie Mobilfunktarifen natürlich hinfällig. Und ganz generell war es so, dass nicht besonders viel zu finden ist, was man auch versteht. Denn die griechischen Buchstaben bereiten uns leider noch immer Probleme.

Wir haben es dann schlussendlich folgendermaßen gemacht: Der größte Anbieter (und auch der mit dem besten Netz) ist Cosmote. Daneben gibt es noch Vodafone und weiter danach kommen noch einige kleine Anbieter. Wir haben uns ganz zu Beginn für Cosmote UND Vodafone entschieden, denn man sagte uns in beiden Shops, dass man das Internetvolumen nur zweimal im Monat aufladen könne. Soviel sei verraten: das ist Quatsch. 

Ohne Internet kein Arbeiten.

Die Wahl des Anbieters

Bei Vodafone kamen wir aber mit dem Aufladen der Karte überhaupt nicht klar und so haben wir diese nach dem Aufbrauchen der Daten einfach nicht weiter genutzt. Leider ist die SIM Karte von Vodafone mit wenigen GB Startvolumen (ich meine es waren 8 GB) nicht ganz günstig – etwa 30€ hat uns der Spaß gekostet.

Bei Cosmote bekommt man ähnlich wenig Volumen zu Beginn, leider ändern sich die Tarife auch ständig. Zu bekommen ist die SIM Karte von Cosmote (bzw. deren Tochter WhatsUP) in deren eigenen Läden und in allen GERMANOS Geschäften. Das sind kleine Geschäfte mit Handys, Elektronik und so weiter. Großer Vorteil: man spricht dort eigentlich immer englisch. Das kann in den Cosmote eigenen Geschäften manchmal nicht der Fall sein.

Wir haben uns für einen Prepaid Tarif von WhatsUP entschieden. Ich meine wir haben etwa 20€ für die erste Karte bezahlt, dabei gab es dann 10€ Guthaben auf der Karte und ein paar Gigabyte Startvolumen.

Die Seite zum Nachladen des Datenvolumens von WhatsUP (Cosmote)

“Nur zweimaliges Nachladen des Internetvolumens im Monat ist Quatsch. Es geht unbegrenzt”

Aufladen und Tarifdschungel

Das Aufladen funktioniert einigermaßen einfach über die App oder (so machen wir es) über die Webseite „Cosmote MyInternet“. Dazu braucht man dann nur einen Code, den man an vielen kleinen Kiosken, Supermärkten (Lidl etc) oder auch Germanos Geschäften bekommt. Kleiner Tipp am Rande: immer 20€ Aufladevolumen nehmen, man bekommt dann 17€ Bonus. Damit ist das Internet dann auch in Griechenland einigermaßen bezahlbar.

Einen Nachteil hat der Prepaid Tarif von WhatsUp: Man kann immer nur 3 GB auf einmal buchen, erst nach Verbrauch derselben kann man neu buchen. Also: 3 GB für 4€ (eine Woche Gültigkeit) kaufen, verbrauchen, wieder neu buchen usw. In Spanien zum Beispiel ist das deutlich einfacher: 28GB für 17€ buchen und fertig. Konkret nutzen wir derzeit den eben genannten Wochentarif in Verbindung mit einem Tagestarif (1GB für 1€ für 24Std) und einem Wochenendtarif (3GB für 2€, gültig von Fr. 18.00 Uhr bis So. 22.00 Uhr). Wir haben also nie mehr als 4GB gleichzeitig zur Verfügung, aber das geht schon. 

Es gibt bei Cosmote noch einen Tarif mitsamt mobilem Router. Der kostet dann 99€, man bekommt den Router und 50GB Volumen. Nachladen kann man dann immer 100GB für 80€. 

Daneben gibt es noch mehrere „Spezialtarife“. Diese sind zwar sehr attraktiv, aber laut Aussage eines Mitarbeiters bei Germanos werden davon immer nur kleine Kontingente freigegeben und sind daher nicht überall verfügbar. Mit der Netzabdeckung hatten wir bisher übrigens keine großen Probleme, die ist wirklich sehr gut.

Wer dazu noch Fragen hat, kann sich gerne über die Kommentarfunktion melden!

Die Wasserversorgung

Diese ist auch im Winter, bei fast überall geschlossenen Campingplätzen, sehr einfach. Viele Strandduschen sind weiterhin in Betrieb und haben oft auch einen extra Wasserhahn. Wenn nicht, wird das Wasser eben vom Duschkopf aufgefangen und dann per Pumpe in den Tank befördert. In den Bergen gibt es noch viele öffentliche Quellen, das gilt auch für einige kleine Orte an den Küsten. 

An Tankstellen ist das Wasser fassen auch immer problemlos möglich. Auch kleine Marinas und Häfen bieten sich sehr gut an, man sollte hier aber vorsichtshalber einen Fischer oder den Hafenmeister fragen, ob es okay ist, sich dort zu bedienen. Tavernen und Restaurants haben oftmals ebenso einen Wasserhahn aussen zur Verfügung, auch dort kann man nach dem Genuss eines Gerichtes bestimmt mal freundlich nachfragen. 

Was uns besonders gut gefällt: Die griechischen Wasserleitungen haben ziemlich viel Druck. Da wir unsere Wasserfilter ja noch vor dem Tank haben, geht es so trotzdem angenehm schnell.

Die Wasserentsorgung ist natürlich wie immer ein Thema für sich, gerade weil die meisten Campingplätze geschlossen sind. Tankstellen können hier auch ein guter Anlaufpunkt sein. Ansonsten: möglichst auf Seifen & Waschmittel verzichten, dann sind im Abwasser nur noch Essensreste vom Abwasch. Das kann man dann auch ausnahmsweise mal zwischendurch entsorgen.

Wasser tanken an einer öffentlichen Quelle. Hier noch in Rumänien.

Thema Abfall

Sehr einfach hier in Griechenland. Zumindest die Entsorgung, denn die scheint öffentlich zu funktionieren funktioniert öffentlich, das bestätigen Gesprächemit Einheimischen. An jeder Ecke stehen große Müllcontainer, diese werden auch sehr regelmäßig geleert. Natürlich gibt es auch da mal Ausnahmen, wo die Tonnen übervoll sind. Größtes Manko für uns: es findet fast keine Mülltrennung statt. Ab und an findet sich mal ein Glascontainer, Behälter für Pappe und Plastik sind schon recht selten. Und das ist schade, denn in griechischen Supermärkten ist der Plastikwahn teilweise noch schlimmer als in Deutschland. 

Übrigens: willst du mehr zu dem Bereich Umweltschutz auf Reisen erfahren, schau dir gerne mal unser Buchprojekt auf www.reiseundumwelt.com an!

Möglichst unverpackt und frisch einkaufen hilft, Müll zu vermeiden.

Kommen wir zum spannenden Teil: die Post.

Wir haben mittlerweile 2 Pakete nach Griechenland bestellt. Eins ist angekommen, eines momentan noch unterwegs. Trotzdem schon jetzt einige Erfahrungen zum ersten Paket.

Verschickt wurde es aus Deutschland ganz normal mit DHL als Paket. Als Empfänger, haben wir einfach eine Filiale der griechischen Post (ELTA) angegeben. Dabei muss auf dem Paket dann „POSTE RESTANTE“, also postlagernd vermerkt werden. Konkret also bei uns:

POSTE RESTANTE

Post Office XXX

EUER NAME

Strasse/Hausnummer (wenn es eine gibt!)

PLZ/ORT

GREECE

Das sorgt eigentlich dafür, dass das Paket nach Ankunft einige Zeit im Postamt liegen bleibt und man es sich bequem abholen kann. Eigentlich deshalb, weil angeblich DHL nicht mehr mit der griechischen Post zusammenarbeitet und daher die Pakete einfach an einen externen Kurierdienst weitergibt. Das merkt man genau dann, wenn in der Sendungsverfolgung plötzlich steht, dass die Adresse nicht gültig sei und man sich mit DHL in Verbindung setzen soll. Alles kein Problem, DHL Deutschland gibt einem dann die Nummer von DHL in Athen und diese helfen gut und schnell weiter. Alle sprechen englisch und somit war dann schnell klar wo unser Paket ist und wie es weitergeht. 

Ein typisches Postamt in Griechenland.

Abholung beim Kurier

Man muss sich dann nur noch mit dem Kurierdienst absprechen wo das Paket hin soll. Wir haben uns einfach mit dem Fahrer verabredet und das Paket persönlich in Empfang genommen. Das Problem der mangelnden Zusammenarbeit zwischen DHL und der Post ist nämlich, dass diese sich weigern die Postfilialen der griechischen Post zu betreten. Das gilt dann auch für den externen Kurierdienst. Allerdings haben wir auch schon von Fällen gehört, wo dass doch geklappt haben soll. Wir sind gespannt wie es mit unserem zweiten Paket klappt 😀

Eine andere Alternative wäre natürlich eine feste Adresse bei einem Campingplatz, einer Werkstatt oder so etwas. Genau das haben wir übrigens auch schon in Anspruch nehmen müssen, als wir uns einen neuen Reifen in Deutschland besorgen mussten: Am Donnerstag in Deutschland bei unserem Reifendealer des Vertrauens (Corint Reifen) bestellt und nach München zum ADAC schicken lassen. Am Freitag ist der Reifen aus München weitergeschickt worden und sm Montag drauf war der Reifen in der Werkstatt die wir gefragt hatten.

Alles ganz einfach, oder? Hoffentlich behaupten wir das nach dem zweiten Paket auch noch…

Treffen mit dem Kurierdienst. Lustig: rechts an der Strasse ist die Postfiliale 😉

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