OFFROADEMPFEHLUNG

Offroad im Nationalpark Caça de Bourmort

Der erste Routentipp von Rumpeltours! Wer wie wir ein Allrad-Fahrzeug hat, möchte dieses natürlich von Zeit zu Zeit auch ein wenig abseits der geteerten Straßen benutzen.

Nachdem wir über eine Woche an dem wunderschönen Stausee bei La Pobla de Segur verbracht haben, mussten wir auch irgendwann mal wieder einkaufen. Eine gute Möglichkeit dafür befindet sich im Ort Tremp, der allerdings von unserem Stellplatz aus genau am anderen Ende des Sees liegt. 

Nach dem Regen folgt die Sonne

Der “normale“ Weg dorthin würde westlich vom See über Asphalt führen, ein genauerer Blick auf die Karte verriet uns aber, dass es auch östlich einen Weg gibt. Unbefestigt. Es erwies sich als goldrichtig, ebendiesen zu wählen. Er führt immer dicht am See lang, aber gleichzeitig geleitet er uns mit spektakulären Ausblicken die Berge hoch und wieder herunter. Wir brauchten so natürlich etwas länger zum Supermarkt, aber das war es auf jeden Fall wert. Der Rückweg führte dann wieder am Westufer zu unserem Stellplatz zurück und so haben wir den See einmal vollständig umrundet.

“Es gibt drei offiziell befahrbare Pisten, der Rest sind Wanderwege oder für geführte Touren vorgesehene Strecken”

Der weitere Weg führt uns dann in den Nationalpark Caça de Bourmort. Den Tipp zu dieser strecke haben wir selbst aus dem Internet, nämlich von www.ubelix.de. Wir wussten von einem „Geiertal“, was die beiden vor einigen Jahren zusammen mit Reisefreunden entdeckt hatten. Das wollten wir auch sehen, und so suchten wir uns die Route mit Hilfe von Google Maps und maps.me zusammen. Herausgekommen ist zwar eine einfache Strecke, aber es ist auch möglich, einen Rundkurs im Nationalpark zu fahren und so wieder am See herauszukommen.

Wie man auf der Karte sehen kann, gibt es drei „große“, offiziell befahrbare Pisten im Park, der Rest sind Wander- und Mountainbikestrecken.  Gleich am offiziellen „Eingang“ zum Park gibt es eine Möglichkeit für eine Pause, Wanderungen oder eben zum Mountainbiken. Dort befinden sich auch einige Picknickbänke und eine Quelle mit herrlich frischem Bergwasser ist ebenfalls eingerichtet. Auch Wasser bunkern ist dort also möglich, der Auslass der Quelle ist fest montiert und mit einem Absperrhahn versehen.

Im Gegensatz zu der Ostroute um den See gibt es auf der Piste durch den Nationalpark noch nicht einmal eine Gewichtsbeschränkung. Der von uns gefahrene Weg war nicht besonders anspruchsvoll, ein paar wenige leichte Verschränkungen bei ausgewaschenen Streckenabschnitten und eine Engstelle durch Steinschlag war das einzig Erwähnenswerte. 

So ist die Strecke insgesamt auch für große Fahrzeuge geeignet. Wir kamen mit ca 8m Länge, 3,5m Höhe,  2,5m Breite und knapp 4m Radstand problemlos um jede Kehre, natürlich gibt es aber auch tiefer hängende Bäume die ihre Spuren hinterlassen. Auch Ausweichpunkte finden sich genügend, so dass man bei Gegenverkehr nicht unbedingt hunderte Meter zurücksetzen muss.

Die Aussicht war durchgängig traumhaft: immer wieder gibt es neue Perspektiven auf die Ausläufer der Pyrenäen. Dichter  Pinienwald wechselt sich mit freieren Abschnitten aus sehenswertem grauem Geröll ab. Besonders erstaunlich fanden wir aber die Anwesenheit von deutlich mehr Insekten und Vögeln, als wir es aus Deutschland kennen. Ob das an der Abwesenheit von Pestiziden liegt? 

 

Die gesamte von uns gefahrene Strecke (offroad) beträgt etwa 30km. Dadurch dass man nur langsam vorankommt empfiehlt es sich, mindestens eine Nacht im Park zu verbringen. Oder natürlich auch mehrere, ist der Park doch von zahlreichen schönen Wanderstrecken durchzogen. Gut eignet sich hierfür das Refugio de Boumort. Es befindet sich etwa auf der Hälfte der Strecke und bietet auch für mehrere Fahrzeuge eine ausreichend große Stellfläche. Auch ein Grill und Lagerfeuerstellen befinden sich dort, diese haben wir aber aus Rücksicht auf die Waldbrandgefahr nicht in Anspruch genommen.

Übrigens ist es ebenso möglich, geführte 4×4 Touren durch den Park zu buchen. Mit diesen ist es dann wohl auch möglich, sonst „verbotene“ Strecken zusammen mit einem Guide zu befahren um so zu besonderen Aussichts- und Beobachtungspunkten zu kommen.

Der zweite Tag bot dann das eigentliche Highlight. Etwa 12km vor der Asphaltstrasse fährt man am Rand eines Berges mit Blick auf ein schönes Tal entlang. Und urplötzlich kreisen viele Dutzend Adler und Geier über einem. Wir konnten ihre Anzahl schlecht schätzen, denken aber, dass es so etwa 70-100 Tiere waren. Ein beeindruckendes Erlebnis, welches wir so bisher nur im Senegal zu sehen bekamen! Durch den Bericht bei www.ubelix.de würden wir schätzen, dass dieses Schauspiel dort regelmäßig zu beobachten ist. Es bietet sich an, dort mitten auf dem Weg ganz in Ruhe den Motor abzustellen und einfach nur zu genießen. Viel Verkehr gibt es dort sowieso nicht.

 

Hier noch einige Eckdaten zur Route:

  • – Strecke Offroad, einfach: ca 30km
  • – Startpunkt: Aramunt oder La Pobla de Segur
  • – Endpunkt: Boíxols
  • – Höchster Punkt: ca. 1600m
  • – Befahrbarkeit: auch bei Regen möglich, 4×4 aber dann Pflicht. Sonst vor allem Bodenfreiheit erforderlich, also nicht mit Standardwohnmobil befahren. Für alle Fahrzeuggrößen geeignet, LKW bis ca 8,50m Länge (Spitzkehren), 3,80m Höhe (Äste & Bäume), Radstand bis 4,20m, sonst rangieren erforderlich. 

Im weiteren Verlauf der Route sind wir dann Richtung Andorra gefahren. Selbstverständlich nicht auf dem kürzesten und sinnvollsten Weg über die Hauptstrasse N145, sondern wieder ein kleines Stück zurück Richtung Westen, der N260 Richtung Rialp folgend und dann durch den bekannten Ort „Tor“ über den alten Schmugglerpfad nach Andorra. Dazu folgt dann aber ein extra Bericht mit Route.

Da dies für uns der erste Beitrag mit einer Routenempfehlung ist, würden wir euch um einen Gefallen bitten: könnt ihr uns mitteilen, ob ihr Interesse an weiteren Beiträgen dieser Art habt? Wir planen unsere Strecken nämlich vorab so gut wie gar nicht und merken uns deshalb auch nicht besonders genau, wo wir langgefahren sind. Sollten wir allerdings mehr von solchen Strecken finden und ihr habt Interesse daran, würden wir das natürlich ändern 🙂

Vielen Dank!

 

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