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Unsere Motivation zur Langzeitreise – ein Erklärungsversuch

Das Leuchten wieder sehen.

Viele von euch werden die Situation kennen. Aufstehen. Zum Frühstück hetzen. Aus dem Haus hetzen. Zur Arbeit hetzen. Auf der Arbeit gehetzt sein. Nach Hause hetzen. Das Abendbrot runterwürgen. In’s Bett hetzen.

So ähnlich geht es den Meisten in ihrem Alltag. Auch uns ging es so, trotz toller Jobs und Selbständigkeit. Um es klar zu sagen und auch das ein oder andere (Vor)Urteil auszuschliessen: wir sind uns sehr bewusst und sehr froh, dass wir uns dieses Leben, welches wir für die nächsten paar Jahre führen wollen, so aussuchen können. 


Dennoch ist uns, mit Wohneigentum, Hunden, Kind und Hobbys (ja, auch darüber sind wir uns im Klaren), aufgefallen, dass sehr wenig Zeit bleibt. Zeit zur Ruhe zu kommen. Zeit für Entdeckungen. Für Sport, für bewusstes Leben, für Erkenntnisse, für Kunst. Für Entwicklung und persönliches Wachstum. 

Und das ist sehr sehr schade. 

Denn es geht dabei nicht um Urlaub. Es geht um kurze Unterbrechungen, einfach Auszeiten, die jeder Körper und jeder Mensch braucht. Mag sein, dass das Luxusprobleme sind, aber diese sind auch teuer erkauft. Unsere extrem schnelle Welt fordert Opfer, und diese zeigen sich auch in Entwicklungen wie dieser – nennen wir es “Vanlife”, “Alternativer Lebensstil”, “Digitales Nomadentum” und was es sonst noch gibt. All dies sind Zeichen und Bewegungen die zeigen, dass es an der Zeit ist zu bremsen.

Es geht nicht unendlich weiter, es gibt einfach kein unbegrenztes Wachstum. Immer mehr, immer größer, immer reicher. Es geht nicht. Diese Erkenntnis hat uns irgendwann erreicht. Und es wäre so schön, wenn noch viele Menschen mehr zu dieser Erkenntnis gelangen würden. Ganz unabhängig vom Lebensstil “Vanlife”. 


Wir haben uns immer gesagt “Urlaub ist unnötig, viel zu teuer, die Zeit ist irgendwann um und dann bleiben nur ein paar Bilder und Erinnerungen”. Das trifft auch heute noch zu, wenn es um den jährlichen zweiwöchigen Hotelurlaub geht, das wäre nichts für uns. 

Aber mit dem “Älterwerden” ändern sich natürlich auch Ansichten. Wir haben schon sehr sehr lange mit dem Gedanken der Auswanderung gespielt, doch wohin, wenn man die Welt nicht kennt? Ungefähr in dieser Art reifte der Gedanke an eine Langzeitreise. 

 

Hinzu kamen ein paar erschreckende, unerwartete und unschöne Ereignisse im persönlichen sehr nahem Umfeld sowie Veränderungen am Wohnort die mit einer kleinen Tochter nicht länger zu ertragen waren. Stichwort Hauptstrasse und Geschwindigkeit innerorts.

Daher war der Gedanke an den Verkauf des Hauses schon lange vorhanden und machte uns die Entscheidung sehr leicht, den Wohnort hinter uns zu lassen, uns auf ein nomadisches Leben einzulassen und einfach etwas Neues, komplett Anderes zu versuchen. 

Wichtige Momente.

Und genau das finden wir auch so wichtig: wenn es möglich ist, und das dürfte bei sehr sehr vielen Leuten so sein, und ihr wollt es auch, dann versucht einfach. Experimentiert. Wagt etwas. Es gibt kein Scheitern dabei, auch wenn das gerne und oft behauptet wird. Zumindest in unserer Wahrnehmung ist es so, dass man sich oft schon vorher rechtfertigen muss, wenn man etwas ausprobiert. Manchmal geht das so weit, dass eine verrückte Idee, nur weil sie anders ist, als “Scheitern” angesehen wird noch bevor es überhaupt zur Ausführung der Idee kommt.

Ihr wisst bestimmt alle was ich meine: “…jaja, und dann, wenn das Geld alle ist, schön auf Hartz4 machen und dem Staat auf der Tasche liegen…” oder auch: “…aber das Kind, wie könnt ihr nur, das soziale Umfeld ist doch so wichtig…”. Solche oder ähnliche Aussprüche durften wir uns oft anhören. Aber wer sagt denn, dass man gescheitert ist, nur weil man einen Plan ändert? Warum sollte alles in Stein gemeisselt sein? Warum ist es ein Scheitern, wenn man nach 6 Monaten nach Deutschland möchte, weil man merkt dass es einem dort doch ganz gut gefällt? Warum sollte es “nicht richtig” sein, wenn man statt in Afrika doch in der Mongolei anfängt oder lieber doch in Europa bleibt? Sein Kind nicht in Deutschland einschult? 


Hinterfragen. Ausprobieren. Neugierig sein. Reflektieren des eigenen Handelns und Denkens. Das sind für uns die Anreize für diese Reise. Alternativen finden zum festgefahrenen Alltag in Deutschland. Natürlich gibt es auch auf der Reise Alltag. In Spanien, Marokko, dem Senegal oder in Russland. Aber es ist eine Alternative. Ob sie gut ist, bleibt herauszufinden.

Alltag?

Vielleicht sehen wir das Leuchten bald wieder. Das Leuchten in unseren Augen, wenn wir in den Spiegel schauen. Das Leuchten der Begeisterung über neue, unbekannte Momente, Menschen, Natur, Begegnungen. Das Leuchten auf der Strasse, der Piste, der Düne, beim Versuch hinter die nächste Ecke zu schauen. 

Im nächsten Teil des Beitrags sagen wir euch was unsere Tochter mit der Reise zu tun hat, wie es mit der Schule werden soll und warum wir ein Jahr später begonnen haben als geplant. Bleibt gespannt und wenn ihr Anregungen, Fragen, Meinungen oder einfach nur Feedback zu diesem Artikel habt, schreibt doch gerne einen Kommentar 🙂

…Fortsetzung folgt

Kleines Update: Wir sind jetzt auch auf steemit.com unterwegs. Wir testen diese alternative Art der Content-Verbreitung auch mal an, einfach weil wir neugierig sind und diese Technologie interessant finden. Hier findet ihr uns: https://steemit.com/@rumpeltours 

Schaut doch einfach mal vorbei, vielleicht posten wir da ja in Zukunft auch Dinge, die hier nicht erscheinen 🙂

2 Kommentare

  • Detlef

    September 3, 2018 at 10:59 am

    Hallo ihr lieben Rumpeltourer!
    Ohne Furcht kein Mut.
    Die gewohnten Konzepte zu verlassen ist etwas was fast jeder will, sich aber viele nicht trauen. Auch in diesem Artikel lese ich über die vielen Vorbehalte die sich einem in dem Weg stellen. Man braucht schon etwas Mut und Entschlossenheit um die gesicherten Pfade zu verlassen, genau das bewundere ich an euch.

    Wenn der Mut nicht zum Leichtsinn führt, kann ich mir sehr gut vorstellen das ihr wunderbare Momente erleben werdet, und ich freue mich darauf, hier in diesem Block darüber zu lesen.

    Viele Grüße aus Berlin,

    Detlef

    Antworten
    • andre

      September 4, 2018 at 9:24 am

      Hallo Detlef,
      danke für den tollen Kommentar! Ganz klar, ein wenig Mut gehört wohl schon dazu, aber weit weniger als man meinen würde, finden wir.
      Es ist wirklich zu einem sehr großen Teil die reine Gewohnheit, die uns hindert. Vorbehalte gibt es dabei tatsächlich immer wieder, aber das
      gehört wohl einfach dazu. Schließlich gibt es auch viele unterschiedliche Lebenskonzepte und dies unsrige ist sicherlich nicht für jeden etwas.
      Nur würden wir uns deutlich mehr Offenheit einiger Menschen Neuem gegenüber wünschen.
      Leichtsinn wäre sicherlich weniger gut, aber etwas Naivität schadet nicht, das macht einiges leichter 😉

      Viele Grüße zurück vom Campingplatz

      Angi & André

      Antworten

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